LR Bohuslav/BM Schramböck: „Gemeinsam den digitalen Wandel für den Wirtschaftsstandort nutzen“

Zusammenarbeit zwischen Land und Bund wird u.a. im „Haus der Digitalisierung“ oder zwischen den Digitalisierungsstellen verstärkt

22.06.2018 / 11:56 Uhr

In einer gemeinsamen Pressekonferenz im Landhaus in St. Pölten informierten Wirtschafts- und Technologie-Landesrätin Petra Bohuslav und Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort, heute, Freitag, zum Thema „Vernetzt in die Zukunft – Zusammenarbeit von Land und Bund beim digitalen Wandel“.

Landesrätin Bohuslav führte aus, dass Niederösterreich als Wirtschaftsstandort „eine tolle Performance“ zeige, so liege das Wirtschaftswachstum im heurigen Jahr mit 3,3 Prozent über dem Österreich-Schnitt von 2,8 Prozent, die Kaufkraftstudie 2017 zeige, dass Niederösterreich mit 23.554 Euro pro Kopf die höchste Kaufkraft in ganz Österreich – vor Vorarlberg und Salzburg – habe und der neuesten Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts „Economica“ zur Wirtschaftskraft der österreichischen Gemeinden zufolge liege Schwechat auf Platz eins und Wiener Neudorf auf Platz drei. Niederösterreich zähle damit zu den Top-Unternehmensstandorten in Europa, so sei Niederösterreich „Europäische Unternehmerregion 2017“ gewesen.

„Der digitale Wandel ist in vollem Gange“, hielt Bohuslav fest, dass es gelte, die Rahmenbedingungen zu gestalten. Gerade die Klein- und Mittelbetriebe würden Unterstützung brauchen, betonte sie die Fördercalls zur Digitalisierung, das Projekt „future of production“ und das Schaffen von Bewusstsein durch die Digitalisierungs-Roadshow als bereits gesetzte Maßnahmen. „Digitalisierung ist eine Querschnittsmaterie, die in alle Lebensbereiche hineinspielt“, führte die Landesrätin aus, dass man daher die Geschäftsstelle für Digitalisierung etabliert habe.

Grundlage für die Digitalisierungsaktivitäten sei die Digitalisierungsstrategie, die drei Ziele habe: Arbeitsplätze sichern bzw. schaffen, die ländlichen Regionen stärken und die Lebensqualität weiter verbessern, so Bohuslav. Das digitale Wirtschaftsförderungsportal, das Anfang Oktober 2017 eingerichtet worden sei, werde sehr gerne angenommen: „Von den 1.150 Förderansuchen sind über 50 Prozent digital eingegangen“, so die Landesrätin.

Das Maßnahmenpaket, um die Ziele der Digitalisierungsstrategie zu erreichen, umfasse Maßnahmen wie die digitale Roadshow oder einen Robotik-Lehrgang an der Fachhochschule Wiener Neustadt, um die Bevölkerung und Unternehmen fit zu machen für die Digitalisierung, das Schaffen von Infrastruktur und das Vorantreiben von digitalen Innovationen und Lösungen durch Prototypenförderung, etc. Ein weiterer wesentlicher Schritt sei nun die Vernetzung mit dem Bund, führte Bohuslav aus, dass es künftig einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch zwischen Land und Bund geben werde, sich der Bund in das „Haus der Digitalisierung“ in Niederösterreich einklinken könne und die Geschäftsstelle für Technologie und Digitalisierung sich mit den künftigen Chief-Digital-Officers in den Ministerien vernetzen werde.

Bundesministerin Schramböck hielt fest, dass Niederösterreich stolz darauf sein könne, was es erreicht habe. Niederösterreich habe gute Voraussetzungen für die Digitalisierung und sei Vorbild, betonte die Ministerin das gute Wirtschaftswachstum und, dass Niederösterreich bei der Exportrate nach Wien auf Platz zwei liege. Die Digitalisierung bezeichnete sie als „Teilchenbeschleuniger“, diese könne helfen, schneller voranzukommen. Dafür sei es aber auch notwendig, in die jetzige Generation zu vertrauen, damit dieser Wandel gut vorankomme.

Man müsse den Schwerpunkt auf die Chancen legen. Als Bund und Länder gelte es, Rahmenbedingungen zu schaffen, führte Schramböck aus, dass es gerade im Bereich der mittelständischen Unternehmen digitale Neulinge gebe, denen man unter die Arme greifen müsse. Daher habe man seitens des Bundes die Digitalisierungsagentur Austria (DIA) ins Leben gerufen, mit der Österreich Ländern wie Singapur, Großbritannien, Finnland oder Dänemark folge. Diese agiere in fünf Handlungsfeldern: Digitale Infrastruktur, Wirtschaft, Bildung und Gesellschaft, Forschung, Entwicklung und Innovation sowie Datenschutz und Datenwirtschaft. Drei Pilotvorhaben sollen bereits im Sommer realisiert werden: regelmäßig themenspezifische Veranstaltungen unter dem Titel „DIA-LOG“, Digital Innovation Hubs (DIH), die KMU bei Digitalisierungsprojekten unterstützen (im Vollausbau soll es in jedem Bundesland einen Innovation Hub geben) und die „5G-Labors“, wo es darum gehe, Infrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Die geplante Online-Plattform oesterreich.gv.at soll Bürgerinnen und Bürgern einen zentralen und einfachen Zugang zu den wichtigsten Verwaltungsleistungen bieten, so solle man beispielsweise alle Behördenwege im Zuge der Geburt eines Kindes auf digitalem Weg vornehmen können. Dabei sei Niederösterreich ein ganz wichtiger Partner und Vorreiter, so Schramböck. Ein Schwerpunkt liege auch auf der Weiterbildung, führte die Ministerin aus, dass alle 200 Lehrberufe überarbeitet werden und auch neue Lehrberufe entstehen, etwa E-Commerce-Kaufmann/-frau.

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