Situation weiter entspannt

Katastrophengebiete im Bezirk Scheibbs am Freitag, 18 Jänner aufgehoben

ZAMG-Wetterwarnungen

Aktuelle Übersicht - Link zur Seite der ZAMG

Beitrag aktualisiert am Samstag, 19.01.2019, 08.29h

Die Katastrophenfeststellung für Lackenhof - Weitental wurde am Freitag, den 11.01.2019 um 17.45h aufgehoben

Die Katastrophenfeststellung für das Hochkar wurde am Freitag, den 18.01.2019 um 14.30 Uhr aufgehoben.

Die Katastrophenfeststellung für das Gebiet entlang der B71 (KG Neuhaus - Holzhüttenboden) wurde am Freitag, den 18.01.2019 um 15.00 Uhr aufgehoben.

Bericht des NÖ Landespressedienstes vom 18. Jänner 2019


Straßen frei befahrbar seit Donnerstag, 17. Jänner, 16.00 Uhr

Nachdem die Lawinengefahr bereits ab Dienstag herabgesetzt werden konnte sorgten noch die Schneelasten auf Gebäuden und Bäumen sowie der starke Wind für Einsätze der Hilfskräfte und weitreichende Verkehrssperren. Am Donnerstag konnte der NÖ Straßendienst alle Straßensperren aufheben. Am Freitag abend konnte dann sogar die Hochkarstraße soweit für den öffentlichen Verkehr geräumt werden, sodass ab Samstag, den 19. Jänner das Hochkar wieder eine Teilinbetriebnahme der Liftanlagen vornehmen kann.

Großeinsatz der Hilfskräfte in den Schneeregionen - über 3000 Einsatzkräfte sicherten rund 400 Objekte

Die Bilanz des am Freitag beendeten Großeinsatzes von Feuerwehr, Bundesheer, Polizei, Bergrettung, Rotem Kreuz, NÖ Straßendienst und der Gemeindedienste ist positiv zu bewerten. Zwei Schitourengeher konnten am 16. Jänner leider nur noch tot geborgen werden.

Dass diese extreme Winterlage ohne größere Schäden bewältigt werden konnte liegt am optimalen Zusammenwirken aller beteiligten Organisationen.

Durch den Sachverständigen des NÖ Lawinenwarndienstes (ZAMG) und die Bausachverständigen auf Ortsebene bzw. des Landes konnte die Lage sehr gut beurteilt und somit der Einsatz der Hilfskräfte zielgerichtet durchgeführt werden. Bis Freitag wurden keine größeren Schäden an Gebäuden durch Lawinen und Schneelasten gemeldet.

Hauptbetroffen durch die enormen Schneemengen und Windverfrachtungen (Sturm bis 100km/h) waren vor allem die alpinen Bereiche der Bezirke Amstetten, Scheibbs, Lilienfeld und Neunkirchen. Die höchsten Niederschlagsraten wurden aber in den Ybbstaler Alpen verzeichnet. Die Messstation am Hochkar auf rund 1500m verzeichnete 350cm Gesamtschneehöhe auf einer freien Fläche. Daher waren im Bezirk Scheibbs die Gemeinde Gaming (KG Neuhaus/Holzhüttenboden) und Göstling (Hochkar) am stärksten betroffen. Im Bezirk Lilienfeld lag der Schwerpunkt der Schneelasten und Lawinengefahr in den Gemeinden Annaberg, Hohenberg, Mitterbach, St. Aegyd und Kleinzell.

Bilanz des Großeinsatzes

Über 2200 Feuerwehrleute standen fast 2 Wochen in den vier genannten Bezirken im Schneeeinsatz. Die örtlich vom Schnee betroffenen Gemeinden im Bezirk SB und LF erhielten zusätzlich auch Unterstützung durch die sogenannten Katastrophenhilfsdienste aus allen NÖ Bezirken. Insgesamt kamen vom 11. Jänner bis 18. Jänner 24 KHD Züge aus NÖ und 4 KHD Züge aus Bruck/Mur (Steiermark) zum Einsatz. Neben Schneeschaufeln waren vor allem die Sondergerätschaften wie Telelader, Unimog, Wechsellade- und Hubrettungsfahrzeuge sowie Notstromaggregate gefragt. Dieses System der gut organisierten KHD Bereitschaften ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Hilfskonzept, das sich schon bei vielen großen Einsätzen und Katastrophen im In- und Ausland bewährt hat.

Nähere Infos zum KHD der Feuerwehr

Nähere Infos zum Schneeeinsatz der Feuerwehr

Das Österreichische Bundesheer unterstützte mehrere Tage den Einsatz in den Katastrophengebieten in den Gemeinden Göstling (Hochkar) und Gaming (Holzhüttenboden). Am Donnerstag standen für die Katastrophenschutzbehörde Scheibbs in Summe 240 Soldaten im Assistenzeinsatz. Hier kamen Kräfte aus den Kasernen Melk, Amstetten, Mautern, St. Pölten und aus der Heerestruppenschule mit Schaufeln, Bagger und LKW zum Einsatz. Vom Fliegerhorst in Langenlebarn wurden mehrfach Hubschrauber für Sprengeinsätze, Versorgungen und Erkundungen aus der Luft entsendet (2 Alouette III im Einsatz, 1 Black Hawk in Bereitschaft).

Nähere Infos zum Schneeeinsatz des Bundesheeres

Ein Einsatz forderte die Einsatzkräfte von Polizei, Bergrettung, Rotem Kreuz und Bundesheer besonders.

Am 5. Jänner wurden zwei Schitourengeher im Raum Hohenberg als vermisst gemeldet. Durch die enormen Schneefälle und den starken Sturm bestand im Suchgebiet große Lawinengefahr. Die Suche musste mehrmals unterbrochen werden. Auch der Einsatz modernster Suchmethoden mit Hubschraubern brachte keinen Sucherfolg. Am Mittwoch, den 16. Jänner fanden Bergretter und Alpinpolizisten die beiden Vermissten. 

Presseaussendung der LPD NÖ

Die Polizei unterstützte weiters die NÖ Behörden zweimal mit Beistellung eines Hubschraubers für Erkundungsflüge der Lawinenkommissionen der Gemeinden und des Landes. Auch der ÖAMTC Hubschrauber C15 in Ybbsitz half bei der Lageerkundung aus der Luft und ermöglichte so zielgerichtet Einsätze am Boden.

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Allgemeine Informationen über Gefahren im Winter 

  • Wintersturm mit Orkanstärke (zuletzt am 30. Oktober 2018)
  • extremer Schneefall (zuletzt im Jänner 2019 (Katastrophengebiete im Bezirk SB) und im April 2017, Sperre der A21, hohe Lawinengefahr)
  • Eisregen, Raureif, Glatteis, Blitzeis (zuletzt Eiskatastrophe im Waldviertel im Dezember 2014)
  • Lawinen (zuletzt in den Extremwintern 2006 und 2009)
  • Kältewelle (zuletzt Ende Februar 2018)

Ein Wintersturm mit starkem Schneefall kann in den Bergen zu enormen Schneeverfrachtungen und erhöhter Lawinengefahr führen. Aber auch in den Niederungen können Schneefall und Schneeverwehungen zu erheblichen Behinderungen führen. Im Extremfall sind sogar ganze Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten, wie zuletzt in NÖ im Jänner 2019 in den Bezirken LF und SB, oder sogar im Flachland im Bezirk Bruck/Leitha im März 2013.

Winterliche Straßenverhältnisse, gefrierender Regen und Glatteis sind oftmals Auslöser von Verkehrsunfällen. Beachten Sie die Winterreifenpflicht ab 1. November. Passen Sie ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen an. 

Für den Extremfall, dass man mit seinem Auto im starken Schneetreiben eingeschneit wird und Fremdhilfe nicht möglich ist, beachten Sie folgende Tipps. Wenn möglich bleiben Sie im Wagen und warten Sie das Ende des Sturms ab! Im Schneetreiben verliert man rasch die Orientierung. Wir empfehlen stets gutes Schuhwerk und wärmende Winterkleidung (inkl. Haube, Handschuhe) bei einer Fahrt im Winter mit dabei zu haben. Eine Decke im Kofferraum, Energieriegel im Handschuhfach sowie eine Flasche Wasser helfen derartige Extremsituationen gut zu überstehen. Erst wenn die Sicht eine Orientierung im Gelände zulässt das Fahrzeug verlassen. 

WICHTIG zu WISSEN! Kalte Temperaturen können bei Wind und Sturm noch rascher zu Erfrierungen führen.

Die typischen Winterstürme in Mitteleuropa sind durch Großwetterlagen ausgelöste Ereignisse und können mehrere Tage dauern. Ab Windgeschwindigkeiten von 117km/h spricht man im deutschen Sprachraum von einem Orkan. Ab dieser Windgeschwindigkeit muss man auch in Österreich mit Schäden an Gebäuden rechnen. 

Personen werden bei Stürmen meist durch umstürzende Bäume, herabfallende oder herumfliegende Trümmer und Gegenstände verletzt oder sogar getötet. So starben z.B. beim Orkan "Kyrill" im Jahr 2007 über 40 Menschen in Europa. Beim letzten großen Sturmereignis in Österreich wurde am 30. Oktober 2018 beispielsweise das Dach der Festung Hohensalzburg schwer beschädigt. Daher sollte in einer Sturmsituation jeder Aufenthalt im Freien vermieden werden.

Nähere allgemeine Informationen zu Gefahren und Verhaltenstipps betreffend Sturm und Orkan finden Sie hier.

Rechnen Sie auch mit Stromausfällen, wenn Leitungen durch umstürzende Bäume oder Schnee- und Eislasten beschädigt werden. In Niederösterreich sind durch den Landesenergieversorger ein Großteil der Leitungen, die in Waldgebieten geführt wurden, mittlerweile als Erdkabel sturm- und eissicher verlegt. Daher ist die Stromversorgung in weiten Teilen NÖ auch bei schweren Stürmen relativ gut sichergestellt. Beim Föhnsturm Ende Oktober 2018 waren laut Netz NÖ rund 3000 Kunden von Stromausfällen betroffen. Daher gilt es vorbereitet zu sein!

Wenn der Strom ausfällt, bin ich vorbereitet?

 

Ihre Kontaktstelle des Landes für Zivil- & Katastrophenschutz

Amt der NÖ Landesregierung
Abteilung Feuerwehr und Zivilschutz
Langenlebarner Strasse 106 3430 Tulln E-Mail: post.ivw4@noel.gv.at
Tel: 02742/9005 - 13352
Fax: 02742/9005 - 13520
Letzte Änderung dieser Seite: 19.1.2019
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