Highlights des Monats

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen jedes Monat ein neues Objekt aus der NÖ Landesbibliothek.

Titelseite von "Skifahr-Technik: eine Anleitung zum Selbstunterricht"
Alpine (Lilienfelder) Skifahr-Technik : eine Anleitung zum Selbstunterricht / von Mathias Zdarsky, Ehrenmitglied des Ski-Club of Great Britain in London und des Alpen-Skivereines in Wien, Besitzer des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone. – Fünfte, methodisch umgearbeitete Auflage mit 30 Vollbildern und einigen Skizzen / photographische Aufnahmen von Theodor Mark in Scheibbs, Nieder-Österreich. – Berlin : Konrad W. Mecklenburg vormals Richter’scher Verlag, [1908] [NÖ Landesbibliothek, Verbuchungsnummer 506856]© NÖLB


Winter ist die Zeit, sich an den niederösterreichischen Skipionier Mathias Zdarsky (*1856 in Kožichovice, †1940 in Sankt Pölten) zu erinnern. Im Bestand der NÖ Landesbibliothek befindet sich unter anderem die 5. Auflage des Büchleins über die Alpine (Lilienfelder) Skifahr-Technik von Mathias Zdarsky. Die Fotos im Buch stammen von Theodor Mark (1857-1946) aus Scheibbs. Einen Eindruck vermitteln die hier gezeigten Aufnahmen vom Tragen der Skier, Aufstehen, Nothalten und Wenden. Aus den Inseraten am Schluss des Buches sei das für „Alpen-Ski Lilienfelder-Bindung, M. Zdarskys Erfindung, Vorschriftsbindung für die österr.-ungarische Armee, die beste Bindung für alpinen Skilauf“ hervorgehoben, welches unter anderem verspricht: „paßt für jede Schuhgröße und jede Schuhart; hält viele Jahre ohne Reparatur aus“.

Figur 1, Tragen der Skier. Figur 8, Aufstehen. Figur 27, Absturzhalt. Figur 28, Rettungshalt
Figur 1, Tragen der Skier. Figur 8, Aufstehen. Figur 27, Absturzhalt. Figur 28, Rettungshalt© NÖLB
Figur 9, Wenden erste Phase, Rückspreizstellung. Figur 10, Wenden zweite Phase, Vorhochspreizen. Figur 11, Wenden dritte Phase, Zwangsstellung. Figur 12, Wenden vierte Phase, Stockumsetzen. Figur 13, Wenden fünfte Phase, Bogennachspreizen
Figur 9, Wenden erste Phase, Rückspreizstellung. Figur 10, Wenden zweite Phase, Vorhochspreizen. Figur 11, Wenden dritte Phase, Zwangsstellung. Figur 12, Wenden vierte Phase, Stockumsetzen. Figur 13, Wenden fünfte Phase, Bogennachspreizen© NÖLB
Werbeanzeige für die Lilienfelder-Bindung

Alte Band- und Zettelkataloge – besonders handgeschriebene – haben ihren eigenen Reiz: sie atmen Vergangenheit aus und sind, zeitlich betrachtet, dennoch gar nicht so weit von der Gegenwart entfernt. In der Landesbibliothek lagert unter anderem ein alphabetischer, handgeschriebener, auf Schachteln verteilter Zettelkatalog aus dem 19. Jahrhundert, möglicherweise der im Ausstellungskatalog „175 Jahre Niederösterreichische Landesbibliothek“ (1988) unter Katalognummer 13 genannte „alte Zettelkatalog“ von 1897-1900, erstellt als Manuskript für die Drucklegung eines nicht realisierten Gesamtkataloges (ein gedruckter „Katalog der nieder-österr. Landes-Bibliothek in Wien“ von 1874 mit Supplementen 1879 und 1891 ist hingegen vorhanden).

Von essentieller Bedeutung ist der handgeschriebene Numerus-currens-Bandkatalog, der bis 1983 weitergeführt wurde, ab 1969 parallel zum alphabetischen, maschinschriftlichen Zettelkatalog. Der Katalog ist nach Signaturen (Standortnummern) geordnet, die fortlaufend vergeben wurden und somit zugleich eine chronologische Ordnung wiedergeben; zudem ist häufig links unten der Lieferant genannt. Da aus Zeiten vor 1984 praktisch keine Rechnungsunterlagen erhalten sind, ist dieser Katalog die einzige Quelle (außer Besitzerhinweisen im einzelnen Buch), die der Provenienzforschung zur Verfügung gestellt werden kann. Aus diesem Grund wurde dieser Katalog digitalisiert und ist nunmehr über http://www.noe.gv.at/noe/Landesbibliothek/Digitalisat_NumerusCurrens.html einsehbar. Der bis 1969 geführte handgeschriebene alphabetische Bandkatalog wird derzeit ebenfalls digitalisiert, der oben genannte handgeschriebene alphabetische Zettelkatalog sowie der gedruckte Katalog von 1874 nebst Supplementen sollen folgen und online zur Verfügung gestellt werden, auch wenn die Einträge sich im heutigen Onlinekatalog wiederfinden (sollten).

Heute leben wir im Zeitalter des Onlinekataloges; auch hier gibt es Neues zu berichten: als Kataloganreicherung werden die Einträge nunmehr mit Coverabbildungen aus dem Verzeichnis lieferbarer Bücher als Partnerinstitution versehen.

Von der Einzelanzeige eines Treffers gelangt man über den Link „Suche bei Buchhandel.de“ unterhalb der Coverabbildung zum entsprechenden Eintrag im Verzeichnis lieferbarer Bücher (nebst Preisangabe).

Wegen ihrer Herkunft erscheinen diese Coverabbildungen natürlich nur bei Medien, die im Buchhandel für den deutschen Sprachraum aktuell lieferbar gelistet sind. 

Dieses Gimmick demonstriert vielleicht am deutlichsten den Wandel in der Welt der Bibliothekskataloge.

Hugo Henneberg, 1863-1918: Wachau. Farblinolschnitte um 1910

Passend zum Frühlingsbeginn stellen wir die 1910 entstandene Serie der 7 Linolschnitte zur Wachau von Dr. Hugo Henneberg (1863-1918) vor, dessen Todestag sich heuer zum hundertsten Mal jährt.

Weiterführende Links:

Mödring 1936
Bleistift und Farbstift auf Karton, 28,0 x 38,2 cm, Beschriftet: Mödring.5.7.1936, Bezeichnet: Franz Bilko Baden, [NÖ Landesbibliothek, Topographische Sammlung, Inventarnummer 27.631]© NÖLB

Ältere Ansichten des Dorfes Mödring, in der Nähe Horns gelegen, finden sich nur selten. Georg Matthäus Vischer hat es im Hintergrund seiner Ansicht des Raaner Gutshofs angedeutet, als er 1672 die bekannte Niederösterreich-Topografie herausbrachte. Dann trat im Bildschaffen eine längere Pause ein, die erst im frühen 19. Jahrhundert beendet wurde: Damals schuf der Altenburger Konventuale (und spätere AbtHonorius Burger die wohl älteste Ansicht dieser Ortschaft – eine Zeichnung, die Reales brav zu dokumentieren, aber keineswegs künstlerisch zu interpretieren vermag. 

Eine solche Leistung sollte erst viel später gelingen; ein entsprechendes Blatt besitzen wir aus der Hand des Franz Bilko (1894-1968). Dieser Künstler, ein geborener Gumpoldskirchner, schuf zahlreiche Ansichten zu BadenHeiligenkreuz und so fort, war jedoch weit mehr als nur der Bildchronist seiner Heimat. Vielmehr hatte er bereits 1927 die Illustrationen für das Büchlein „Neulengbach-Umgebung – die Perle des Wienerwaldes“ geschaffen; später sollte er seine Tätigkeit auf verschiedene Länder und Landschaften ausweiten. 

Mödring wird von ihm als verträumte Idylle eines Sommertages verewigt. Im Zentrum der Szenerie steht die Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer, deren Erscheinungsbild, wie es sich heute präsentiert, wesentlich auf Baumaßnahmen des frühen 16. Jahrhunderts beruht. Der charakteristische Turm fungiert als Wahrzeichen des Dörfchens und weckt immer wieder Assoziationen mit dem kärntnerischen Heiligenblut. Dies geschieht nicht zu Unrecht, war Mödring doch „im Sommer das Ziel vieler Ausflügler, Touristen und Wiener Gäste […], die sich hier ungemein wohl fühlen.“ (Topographie von NÖ, 1909)

Zu den weniger bekannten Beständen der NÖ Landesbibliothek zählen einige Raritäten auf dem Gebiet des Kartenspiels und der Spielkarten, wie zum Beispiel das älteste bekannte Industrie-und-Glück-Tarock (Johann Norbert Hofmann, Wien 1815). Dank einer großzügigen Spende von Dr. Ralph Andraschek-Holzer wurde dieser Bestand an Spielkarten nun um zahlreiche Schwarze-Peter- und Quartett-Spielkarten erweitert; vor allem die letzteren stellen durch die abgebildeten Motive wertvolle Zeitdokumente dar.

Zu den vertretenen Marken zählen neben den deutschen Firmen ASS, Bielefelder und F.X. Schmid die Wiener Hersteller Piatnik und Stomo (Stockinger & Morsack, Wien).

Während es beim eigentlichen Quartettspiel darum geht, Sätze von jeweils vier zusammengehörigen Karten zu sammeln und dann abzulegen, werden Quartettkarten oft auch für das Spiel Supertrumpf (Megatrumpf, Stichquartett, „Autoquartett“, englisch „top trumps“) verwendet. Dieses Spiel basiert auf dem Kinderspiel „Leben und Tod“, wobei dem Ausspielenden hier jedoch die Wahl einer bestimmten Vergleichsgröße zusteht. Häufig bilden Autos das Motiv; mögliche Vergleichsgrößen sind dann technische Daten wie Pferdestärken oder Höchstgeschwindigkeiten. Spielkartenhersteller haben oft längere Zeit Supertrumpf-Quartette mit der gleichen Bezeichnung und Bestellnummer hergestellt; meist variieren jedoch die Titelbilder von Jahr zu Jahr und bilden daher ein wichtiges Datierungskriterium, wie auch im Falle von Piatniks Best.-Nr. 4221 Tolle Autos. Unvergesslich sind die hier präsentierten Weltspitzenautos 8b Green Monster und 8c Blue Flame – deren Leistungsdaten waren eine praktisch unüberwindliche Hürde.

Neben Autos fungieren oft auch andere Fahrzeuge als Motive von „Autoquartetten“, wie z.B. Lokomotiven (Titelbild: Triebwagen der Baureihe ET 4010 der ÖBB

Für die digitale Generation: einige Supertrumpf-Spiele gibt es auch als „Mobile App“, wie z.B. das „Lufthansa-Quartett“ (eine entsprechende Library- oder Book-App steht aber noch aus).

Aus heutiger Sicht bereits ein Zeitdokument: die „Silberpfeile“ der ab 1972 von Simmering-Graz-Pauker produzierten Fahrzeuge der Type U der Wiener U-Bahn

Zu den neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet der Supertrumpfkarten zählt das von Robert Bouchal geschaffene Quartett „Österreichs Höhlenwelt“, das neben den Abbildungen und ergänzenden Informationen mit Vergleichszahlen wie Kataster-Nummer, Gesamtlänge, Seehöhe und Höhenunterschied aufwartet und einmal mehr die Bedeutung von Spielkarten auch für die Landeskunde unterstreicht.  

Immerhin werden auf den 32 Spielkarten gleich 11 niederösterreichische Höhlen vorgestellt: die Dreidärrischen-Höhle, die Allander Tropfstein-Höhle, die Einhornhöhle (Niederösterreich), die Elfenhöhle, die Hermannshöhle (Niederösterreich), der Hochkarschacht, die Karnerhöhle, die Königshöhle, die Ötscher-Tropfsteinhöhle, die Paulinenhöhle und die Seegrotte.

Salomon Kleiner, Stiftsbibliothek Göttweig, 1743-1745

Kupferstich, Beschriftet: Bibliotheca Major (1742-1745)
Kupferstich, 30, 7 x 41, 5 cm (Blatt 33, 7 x 43, 2 cm). Beschriftet: Bibliotheca Major. Bezeichnet: Sal. Kleiner del. et. sc. [NÖ Landesbibliothek, Topographische Sammlung, Inventarnummer 1.823]© NÖLB

Salomon Kleiner (1700-1761) ist vor allem für die nach seinen Vorlagen gestochenen Wien-Ansichten bekannt, wurde jedoch auch von prominenten Familien wie den Schönborn in Dienst genommen. Wenn der Göttweiger Abt Gottfried Bessel (1672-1749) einen Künstler mit dem Entwurf von Ansichten beauftragte, der immerhin schon für den Mainzer Kurfürsten gearbeitet hatte (wie Bessel selbst), zeugt dies für den Ehrgeiz des Göttweiger Prälaten, der sein Ordenshaus neu erbauen wollte. 

Die in den Jahren 1743-1745 von Kleiner erarbeitete Folge von fünfzehn Kupferstichen zeigt einerseits die Gesamtanlage von außen sowie bautechnische Hilfsmittel, ermöglicht andererseits auch einen Einblick in so manchen Innenraum, darunter die Stiftsbibliothek. Dieser im Ost-Trakt der Abtei situierte Raum zählt zu denjenigen repräsentativen Bereichen des Klosters, welche im Rahmen der nach 1718 durchgeführten Baukampagne tatsächlich fertiggestellt wurden. 

Abt Bessel war die Klosterbibliothek ein großes Anliegen: So brachte er seine eigene Büchersammlung von ca. 8.000 Bänden in die Abteibestände ein, akquirierte aber auch weitere, sodass am Ende seiner Amtszeit ein Zuwachs von etwa 40.000 Bänden zu verzeichnen war. Die in einem solchen Saal vorhandenen Werke wurden gemäß einer bestimmten Systematik aufgestellt, welche theologisch relevante Gruppen wie „Biblia“ oder „Canonistae“, aber auch „Poetae“ und „Historici Germanici“ umfassen konnte. 

Zu Salomon Kleiners Zeit waren Einblicke in solche Säle außerhalb von Residenzen selten. Hatte schon die gesamte, höchst aufwändige Stichfolge kein Gegenstück in unserem Raum, finden sich aus vormodernen Epochen generell nur selten Aufnahmen von Bibliotheksräumen: Die Gesamtsicht von außen dominierte weiterhin. Erst der fotografischen Ära sollte es vorbehalten bleiben, klösterliche Bibliothekssäle systematisch via Bild zu erfassen.

Joseph Heideloff, Burg Stixenstein, Gouache, 1795
Gouache, 31,5 x 44,0 cm (Blatt 37,0 x 46,9 cm). Beschriftet: Schloß Stixenstein von der Abendseite, im Monat September nach Sonnenuntergang. Bezeichnet: gezeichnet den 2ten Febr: 794. / gemahlt den 14ten Febr: 795 Hdlff. [NÖ Landesbibliothek, Topografische Sammlung, Inventarnummer 27.679]© NÖLB

Burg Stixenstein, Gemeinde Ternitz, thront auf einer über dem Sierningtal gelegenen Kuppe und geht auf das hohe Mittelalter zurück. 1487 wurde es von ungarischen Truppen unter König Matthias Corvinus erobert, mehrmals von Bränden heimgesucht und im frühen 19. Jahrhundert teilweise wiederhergestellt. Die immer noch eindrucksvolle Anlage hat man seit den Zeiten eines Georg Matthäus Vischer (1628-1696) immer wieder bildlich verewigt. 

Einer der künstlerischen Pioniere in Sachen Burgendarstellung war Joseph Heideloff (1747-1830). Dieser, ein gebürtiger Mainzer, kam aufgrund der Übersiedlung seines Vaters nach Wien. An der Wiener Kunstakademie ausgebildet, spezialisierte sich Heideloff auf Landschaftsmalerei und schuf in den Jahren um 1800 unverwechselbare Gouachen niederösterreichischer Bauten, Siedlungen und Landschaften. Charakteristisch für seine Arbeiten ist ein klares, Braun-Grün-Blau-Abstufungen bevorzugendes Kolorit

Diese farbliche Differenzierung, auf weit ältere Vorbilder zurückgehend, korrespondiert mit einer ausgeklügelten Strukturierung des Bildfelds: Das betrachtende Auge kann den Vordergrund wie die dargestellten menschlichen Figuren regelrecht „erwandern“, bis es auf die Reste der Talsperre trifft, über welcher sich in stolzer Dominanz der Burgberg erhebt. Die Burg selbst, in grelles Licht getaucht, wird hier aus etwa südlicher Richtung dargestellt; das Weiß von Mauern und Felsen kontrastiert eindrucksvoll mit dem Grün-Blau der mit dem historischen Bauwerk gleichsam rivalisierenden Vegetation.

Ankündigungsplakat "Sonderausstellung Rolettmuseum"
© Österreich-Ungarischer Spielkartenverein

Vom 11. bis 27. Mai 2018 wurde im Rahmen einer Sonderausstellung die Spielkartensammlung des Rollettmuseums in Baden erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Der Ausstellungskatalog, der zugleich als Katalog dieser Spielkartensammlung angesehen werden kann, ist als Sonderheft zu Nr. 26/27 (2017/2018) der Vereinszeitschrift Talon – Österreichisch-Ungarischer Spielkartenverein Wien/Budapest erschienen. 

Um der leider nur kurze Zeit gezeigten Ausstellung nachträglich die gebührende Aufmerksamkeit zu sichern und auf die Möglichkeit des Nacherlebens über den Ausstellungskatalog hinzuweisen, wurde diese Publikation zum Objekt des Monats August 2018 auserkoren.

Joseph Höger, Sankt Wolfgang in Kirchberg am Wechsel, ca. 1843

Joseph Höger: Kirchberg am Wechsel, Filialkirche St. Wolfgang, ca. 1843, Aquarell
Joseph Höger: Kirchberg am Wechsel, Filialkirche St. Wolfgang, ca. 1843, Aquarell, 28,7 x 24,8 cm. Beschriftet [rev.]: Kirchberg a/W W[olfgangs]kirche Kirchberg a Wechsel; Bezeichnet: Jos. Höger. [NÖ Landesbibliothek, Topografische Sammlung, Inventarnummer 3.042]© NÖLB

Vom späten 18. Jahrhundert bis in die 1860er Jahre war Sankt Wolfgang eine der prominenten Kirchenruinen unseres Landes – neben Sankt Pankraz bei Nöstach oder Sankt Anna im Felde bei Pöggstall. Ein spätes Glück war ihr jedoch vergönnt: Ab 1860 sowie nach 1918 erfuhr sie jeweils einen Wiederaufbau und wurde somit wie die erwähnte Annakirche vor weiterem Verfall bewahrt. 

Als Höger dieses Kunstwerk schuf, hatte die Begeisterung seiner Epoche für heimische Bauten des Mittelalters längst einen Höhepunkt erreicht. Vor allem gotische Sakralbauten, Burgen und Burgruinen standen im Mittelpunkt literarischer wie künstlerischer Interessen. Diese assistierten ersten Versuchen, einschlägige Forschungen zu begründen, und mündeten in der Produktion zahlreicher Ansichten. 

Högers Blatt ist ein gutes Beispiel für die zu seiner Zeit prosperierende Verknüpfung von Mittelalter-Begeisterung und Ruinenromantik. Die Wolfgangskirche wird hier nicht als Bauwerk dokumentiert, sondern als Exempel der Vergänglichkeit inszeniert. Zwar mag dieses Aquarell von den Visionen eines Caspar David Friedrich (1774-1840) nicht nur durch geografische Distanz getrennt sein, scheint jedoch einige geistige Strömungen des frühen 19. Jahrhunderts in idealer Weise bildlich zu bündeln. 

Joseph Höger (1801-1877) stammte aus Wien und studierte dort an der Kunstakademie, wo er schließlich Professor wurde. Der Landschaftsmaler, Radierer und Lithograf stand mit Malergrößen des Biedermeier wie Thomas Ender (1793-1875) oder Friedrich Gauermann (1807-1862) in teils familiärer Verbindung; auch erreichte er in seinen Aquarellen durchaus deren Niveau. Von Höger bewahrt die NÖ Landesbibliothek zahlreiche hervorragende Arbeiten auf.


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Letzte Änderung dieser Seite: 4.9.2018
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