Die Festspiele Reichenau unter der künstlerischen Leitung der Burgschauspielerin Maria Happel zählen zu den führenden Sprechtheaterfestivals im deutschsprachigen Raum. Einmal im Jahr öffnet das Theater seine Tore für sechs Eigenproduktionen, die von renommierten Regieteams und hochkarätigen Ensembles exklusiv für Reichenau entwickelt werden. Rund 130 Vorstellungen pro Saison stehen auf dem Spielplan. 2026 stehen die Festspiele ganz im Zeichen des Jubiläums „100 Jahre Theater Reichenau“. Heute, Montag, wurde einen Ausblick auf das diesjährige Programm, das von 1. Juli bis 2. August den Blick auf „ein Jahrhundert Theatergeschichte in Reichenau“ richten wird, gegeben. Am Podium u. a. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Intendantin Maria Happel.
2026 sei ein ganz besonderes Jahr, betonte die Landeshauptfrau in ihrem Statement: „Wir feiern 100 Jahre Theater Reichenau, und damit 100 Jahre Theatergeschichte in einer der eindrucksvollsten Regionen unseres Landes.“ Die Festspiele Reichenau seien „in einer einzigartigen Landschaft und mit einem starken historischen und kulturellen Erbe“ eines der „wichtigsten Sprechtheater-Festivals in Österreich“, zeigte sie sich überzeugt. Die künstlerische Exzellenz wirke „weit über die Bühne hinaus“, meinte Mikl-Leitner, und verwies auf 37.000 Besucherinnen und Besucher und 91 Prozent Auslastung im Vorjahr.
Maria Happel führe die Festspiele Reichenau seit mittlerweile fünf Jahren und habe diese „mit großer Professionalität, klarer künstlerischer Linie und starkem Bezug zur Region“ weiterentwickelt, so die Landeshauptfrau. 2026 setze man inhaltlich zwei klare Schwerpunkte, erläuterte sie weiters: Zum einen die Erinnerungskultur, um „Geschichte sichtbar zu machen“, und „das historische Bewusstsein zu stärken“, und zum anderen „Kinder und Familien“, etwa durch verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen. „Wer Kinder für Kultur begeistert, stärkt unsere Identität und sichert unser kulturelles Erbe für kommende Generationen“, und das sei auch „ein Beitrag zur besten Zukunft für unsere Kinder“, hielt sie fest.
Für Maria Happel bieten die Spielorte, eingebettet in die Natur- und Kulturlandschaft der Region und getragen vom Jubiläum selbst, ideale Voraussetzungen für einen außergewöhnlichen Theatersommer: „Mit dem Programm 2026 sagen wir bewusst: Wir machen auf. Einmal im Jahr öffnet sich der Vorhang des Theaters Reichenau für außergewöhnliches, hochqualitatives Theater, das aus der Geschichte dieses Hauses und der Region heraus in die Gegenwart spricht. Dieses Jubiläum ist für uns Einladung und Verpflichtung zugleich – das Theater als offenen Raum für große Stoffe, starke Ensembles und eine lebendige Auseinandersetzung mit dem Heute zu begreifen.“
Der programmatische Schwerpunkt liegt auf österreichischen Autoren der Jahrhundertwende. Das Programm gestattet einen Rückblick, der in besonderer Weise mit der Geschichte und erzählten Geschichten der Region verbunden ist. Die Produktionen entstehen in Zusammenarbeit mit einem hochkarätigen Regieteam und einem Ensemble, dessen kraftvolle Mischung aus renommierten Publikumslieblingen und herausragenden Nachwuchskräften zu einem Markenzeichen der Festspiele geworden ist.
Den Auftakt bildet Johann Strauß’ „Die Fledermaus“, mit der das Theater Reichenau am 1. August 1926 eröffnet wurde. Die Neuinszenierung, exklusiv für Reichenau, wird vom kongenialen Regieduo Nils Strunk und Lukas Schrenk in die wilden 20er Jahre gehoben und wird eines der Highlights der Saison. Getragen wird die Produktion von einem gesangsstarken Ensemble, unter anderem mit Harriet Jones, Anton Zetterholm, Jakob Semotan, Julia Edtmeier und Sebastian Wendelin.
Als zweite Premiere folgt Arthur Schnitzlers „Reigen“. Inszeniert von Alexandra Henkel und Dietmar König thematisiert das Stück gesellschaftliche Fragen und gewinnt durch die historische Verbindung des Autors zur Region besondere Tiefe. Zu sehen sind unter anderen Therese Affolter, Daniel Jesch, Stefan Jürgens, Lukas Watzl und Stefanie Dvorak.
Im Südbahnhotel Semmering wird Leo Tolstois „Krieg und Frieden“ in der Regie von Philipp Hauß und in einer Dramatisierung von Nicolaus Hagg gezeigt. Die Inszenierung verwandelt das historische Gebäude erneut in ein atmosphärisch dichtes Großereignis, getragen unter anderem von Martin Schwab, Johanna Arrouas, Tim Werths und Johanna Mahaffy.
Joseph Roths „Die Legende vom heiligen Trinker“, eine Erzählung über Gnade, Neubeginn, Zufall und menschliche Würde, wird von Alexandra Liedtke im Großen Saal im Theater Reichenau inszeniert. Es spielen Joseph Lorenz, David Oberkogler, Gioia Osthoff und Oliver Urbanski.
Als letzte Premiere der ersten Spielwoche folgt Stefan Zweigs „Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau“, in einer Dramatisierung von Thomas Kahry und in der Regie von Gordon Greenberg. Für dieses intensive Kammerspiel über Leidenschaft, Obsession und die Macht des Moments stehen Nils Arztmann, Alex Kapl, Sona MacDonald und Julia Stemberger auf der Bühne des neuen Spielraums.
Für das junge Theaterpublikum entwickelt Johanna Arrouas Antoine de Saint-Exupérys „Der kleine Prinz“ für die Arenabühne des Neuen Spielraums, der erstmals als Spielstätte für junges Publikum im Theater Reichenau dient.
Eine besondere Produktion ergänzt das Programm in der Reihe Reichenau Spezial: Martin Prinz erinnert in der szenischen Lesung „Die letzten Tage“ an die dramatischen Wochen des Kriegsendes in der Region – eine Produktion, die zeigt, dass Erinnern und Reflektieren untrennbar zusammengehören.
Weitere Höhepunkte setzen Michael Niavarani mit einer Nestroy-Lesung sowie eine Thomas Bernhard-Lesung mit Nicholas Ofczarek, Tamara Metelka und Nikolai Tunkowitsch.
Das beliebte Eröffnungsfest am 4. Juli im Kurpark Reichenau markiert den offiziellen Start der Festspiele. Stückeinführungen sowie Nach(t)gespräche bieten während der gesamten Saison vertiefende Einblicke in die Produktionen.
Auch 2026 setzen die Festspiele einen starken Schwerpunkt auf regionale Verankerung und Kulturvermittlung. Die Zusammenarbeit mit Schulen der Region wurde weiter ausgebaut und umfasst vorbereitende Workshops, Probenbesuche sowie begleitende Vermittlungsangebote.
Die Festspiele Reichenau finden heuer vom 1. Juli bis 2. August statt. Der Kartenverkauf startet im Mitglieder-Vorverkauf ab 14. Jänner, der allgemeine Verkauf ab 11. Februar 2026 unter festspiele-reichenau.at. Die Spielstätten sind das Theater Reichenau (Großer Saal und Neuer Spielraum“, das Südbahnhotel Semmering und der Kurpark Reichenau (Eröffnungsfest).
Weitere Bilder

Gruppenfoto mit Regisseurinnen und Regisseuren sowie Schauspielerinnen und Schauspielern der Festspiele Reichenau.
Rückfragen & Information
Landesamtsdirektion/Öffentlichkeitsarbeit Mag. Christian Salzmann
Telefon: 02742/9005-12172
E-Mail: presse@noel.gv.at
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten



