„Lassen Sie uns in das Jahr 2026 mit Mut und Optimismus gehen“, appellierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner in ihrer Festrede beim Neujahrsempfang der Marktgemeinde Göpfritz an der Wild, der am gestrigen Sonntag-Nachmittag im dortigen Kulturstadl stattfand. Im Rahmen dessen überreichte sie gemeinsam mit Bürgermeisterin Silvia Riedl-Weixlbraun Ehrungen der Gemeinde an Gemeindebedienstete, Gemeinderäte, Feuerwehrmitglieder, Vereine und Ehrenamtliche in den Bereichen Musik, Kultur und Sport. Musikalisch gestaltet wurde der Neujahrsempfang von einem Ensemble des Musikvereins Scheideldorf.
Der Start ins Jahr 2026 falle in eine Zeit, die äußerst herausfordernd sei und in der viele das Gefühl hätten: „Die gesamte Welt gerät aus den Fugen. Kriege, Krisen und Spannungen in der Politik halten Europa und die ganze Welt in Atem“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Man könne die weltpolitische Lage in Niederösterreich nicht beeinflussen, aber man könne überlegen, wie man damit umgehe und in Niederösterreich habe man sich entschieden einen eigenständigen Weg zu gehen: „einen Weg mit Optimismus, der Orientierung geben soll und mit Blick auf das Wesentliche“.
Die Landeshauptfrau nahm zur Forderung das Kreuz aus den Klassenzimmern zu verbannen Stellung und betonte, dass das Kopftuch „ein Symbol der Unterdrückung“ sei und daher das Kinderkopftuch nichts in unseren Schulen verloren habe, aber das Kreuz bleibe, weil es „Teil unserer Identität und Haltung“ sei. „Niederösterreich ist ein konservatives und selbstbewusstes Land. Wir stehen zu unseren Wurzeln und Traditionen“, sprach Mikl-Leitner von einer Verantwortung: „Diese Werte sind für uns nicht verhandelbar, weil sie eine gute Grundlage für unser Miteinander und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sind.“ Diesen Zusammenhalt spüre man in Göpfritz an der Wild, bedankte sich die Landeshauptfrau dafür.
Im vergangenen Jahr sei sehr viel gelungen, nannte die Landeshauptfrau die Verwaltungsreform und die Kinderbetreuungsoffensive als Beispiele. Wichtig seien auch Investitionen in Bildung, Forschung und Innovation, betonte Mikl-Leitner, dass die Mission Nobelpreis eine Basis dafür sei „neue Arbeitsplätze zu schaffen und Betriebe der Zukunft nach Niederösterreich zu holen.“ Zum Thema Sozialhilfe führte sie aus, dass man diese so geregelt habe, „dass sie vor Missbrauch geschützt ist“. „Wir wollen jenen helfen, die es tatsächlich brauchen“, hielt die Landeshauptfrau fest, dass sich Arbeit aber immer mehr lohnen müsse als der Bezug der Sozialhilfe.
Mikl-Leitner sprach weiters den Gesundheitsplan 2040+ an, mit dem man garantieren wolle, dass auch die kommenden Generationen mit dem besten Gesundheitssystem rechnen könnten. Laut einer Studie würden 80 Prozent der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher die Reform als gut und wichtig ansehen und über 90 Prozent, würden, wenn sie krank seien, nicht ins nächstgelegene, sondern ins beste Krankenhaus wollen. Es brauche daher immer mehr Spezialisten und Spezialisten-Teams, betonte die Landeshauptfrau das Ziel: „Die beste Versorgung für alle.“
„Die besten politischen Entscheidungen sind jene, die nahe bei den Bürgern getroffen werden“, betonte die Landeshauptfrau, dass man hier in Göpfritz an der Wild sehe, wie das funktioniere. Sie nannte den Kulturstadl, den Breitband-Ausbau, das Feuerwehrhaus und die Nachbarschaftshilfe als Beispiele. „Wir werden die Gemeinden nicht im Stich lassen und weiterhin unterstützen, damit die Lebensqualität in unseren Gemeinden weiter Bestand hat“, sagte sie zur Herausforderung der Gemeinden zwischen knappen Budgets und großen Aufgaben. Gemeinsam müsse man auch alles tun, damit die Wirtschaft wieder auf den Wachstumspfad komme. „Gehen wir unseren eigenständigen Weg in Niederösterreich weiter. Dann schaffen wir das, was unser gemeinsames Ziel ist: Die beste Zukunft für unsere Kinder.“
Bürgermeisterin Silvia Riedl-Weixlbraun wertete die Anwesenheit der Landeshauptfrau als „starkes Zeichen der Wertschätzung gegenüber unserer Gemeinde und unserer kommunalen Arbeit“. Die Bürgermeisterin führte aus, dass Göpfritz an der Wild durch die hervorragende Anbindung an das Bahn- und Straßennetz ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort sei, sie hob die gute ärztliche Versorgung im Ort, den Nahversorger im Zentrum, die engagierten kleinen Betriebe und das Gemeindegasthaus, die Feuerwehren und vielen Vereine, Kindergarten und Volksschule und den starken Zusammenhalt hervor und betonte, dass Göpfritz an der Wild vieles habe „das andere Gemeinden oft nicht mehr haben oder überhaupt nicht haben“ – „auf das können wir stolz sein und wollen wir im neuen Jahr aufbauen“.
Als „ganz besonderes Vorhaben“ nannte Riedl-Weixlbraun den Um- und Zubau des Feuerwehrhauses Göpfritz. Die Finanzierung erfolge gemeinsam mit dem Land Niederösterreich, der Gemeinde und der Feuerwehr, sprach die Bürgermeisterin von einem „guten Beispiel für Partnerschaft auf allen Ebenen“. Zu den Ehrungen sagte sie, dass dabei „Menschen im Mittelpunkt stehen, die sich ganz besonders in der Gemeinde eingebracht haben“.
Dank und Anerkennung ausgesprochen wurde Hermine Hable für acht Jahre als Gemeindebedienstete.
Für ihre Tätigkeit im Gemeinderat ausgezeichnet wurden die ausgeschiedenen Gemeinderäte Andrea Neuteufel (2020-2025), Dietmar Spitzer (2017-2025), Helmut Lindtner (2016-2015) mit Bronze, Roman Lintner (2015-2025) mit Silber sowie Josef Fordinal (2010-2025), Franz Bauer (2005-2025), Klaus Schlögl (2005-2025) und Leopold Klein (2005-2025) mit Gold.
Mit Silber auszeichnet wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Göpfritz/Wild BR Christian Hübl für zwölf Jahre Kommandant und VR Ewald Litschauer für zehn Jahre Leiter des Verwaltungsdienstes, die Wettkampfgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Merkenbrechts für laufende Siege bei Feuerwehrwettbewerben sowie mit Gold von der Freiwilligen Feuerwehr Kirchberg-Schönfeld VM Andreas Zechmeister für 18 Jahre Leiter des Verwaltungsdienstes und VM Erich Beranek für 17 Jahre Leiter des Verwaltungsdienstes.
Die Vereine TC Raika Göpfritz/Wild (40-jähriges Bestehen und Jugendarbeit) und der Feuerwehrmuseumsverein Göpfritz/Wild (Bestehen seit 2011) wurden mit Gold ausgezeichnet.
Im Bereich Musik/Kultur wurde Bernhard Riedl für seine 25-jährige Tätigkeit als Obmann des Musikvereins Scheideldorf mit Gold geehrt. In seiner Obmannschaft wurde der Zubau des Musikvereins umgesetzt und es wurde eine neue Musiktracht angekauft.
Im Sportwesen wurde Radrennfahrer Jürgen Kaburek mit Silber ausgezeichnet. Kaburek hat sich bei den World Series in Australien qualifiziert sowie Race Around Niederösterreich (RAN), den Radmarathon Neusiedlersee und die österreichischen FF-Radmeisterschaften gewonnen
Für besondere Verdienste und als „Die gute Seele im Ort“ wurde Hermine Frantes mit Gold ausgezeichnet. Sie war 35 Jahre im Vorstand des TC Raika Göpfritz/Wild (Kassier und Kassier-Stellvertreter), seit 2007 im Vorstand des Verschönerungs- und Fremdenverkehrsvereins Göpfritz/Wild und ist seit der Gründung beim Theaterverein Göpfritz/Wild. Bürgermeisterin Riedl-Weixlbraun bezeichnete Hermine Frantes in ihrer Laudatio als „echtes Vorbild für gelebtes Ehrenamt“.
Unter den Ehrengästen waren u.a. auch die Nationalratsabgeordneten Martina Diesner-Wais und Alois Kainz sowie Bezirkshauptmann Markus Peham.
Weitere Bilder

Ehrenurkunde der Marktgemeinde Göpfritz an der Wild in Silber für die Wettkampfgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Merkenbrechts, im Bild mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (2.v.l., stehend), Bürgermeisterin Silvia Riedl-Weixlbraun (links, stehend) und Vizebürgermeister Werner Scheidl (rechts, stehend).

Ehrenurkunde der Marktgemeinde Göpfritz an der Wild in Gold für den Feuerwehrmuseumsverein, im Bild mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (2.v.l.), Bürgermeisterin Silvia Riedl-Weixlbraun (Mitte) und Vizebürgermeister Werner Scheidl (rechts).

Bernhard Riedl (2.v.l.) wurde für seine 25-jährige Tätigkeit als Obmann des Musikvereins Scheideldorf mit Gold der Marktgemeinde Göpfritz an der Wild ausgezeichnet; Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeisterin Silvia Riedl-Weixlbraun und Vizebürgermeister Werner Scheidl gratulierten.

Für besondere Verdienste und als „Die gute Seele im Ort“ wurde Hermine Frantes (2.v.l.) mit Gold der Marktgemeinde Göpfritz an der Wild ausgezeichnet; Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeisterin Silvia Riedl-Weixlbraun und Vizebürgermeister Werner Scheidl gratulierten.
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